Testing Marvel’s Spider-Man 2 (PS5): Flawless Technology Meets a Great Dream Team


Kein Zweifel: Marvel’s Spider-Man 2 ist wohl der perfekte zweite Teil für eine Serie. Alles von den Vorgängern und mehr wird hier geboten!

Über Marvel’s Spider-Man 2

Was kommt dabei raus, wenn man das originale Marvel’s Spider-Man (gern die Remastered-Edition) und dessen DLC von Miles Morales hernimmt und überall Verbesserungen vornimmt? Insomniac Games hat mit Marvel’s Spider-Man 2 eine gute Antwort darauf gefunden. Peter Parker und Miles Morales kommen nun gemeinsam in ein neues Abenteuer, das euch quer durch New York führt. Der Clou daran? Ihr dürft beide frei steuern, wie es euch beliebt, und binnen Sekunden zwischen den Helden wechseln. Da ihr nicht nur die Helden, sondern auch die Figuren hinter der Maske spielt, erwarten euch unterschiedliche Geschichten abseits des Scheinwerferlichts. Sie müssen ihr Leben, ihre Freundschaften und ihre Pflicht gegeneinander abwägen, um Schutzbedürftigen zu helfen. Schurken wie Venom, Kraven, Lizard und mehr warten auf die beiden, es wird wohl einiges zu tun geben.

Durch den Wechsel auf die PS5 als alleinige Plattform wird nun einiges an Performance hinzugewonnen. Insomniac Games spricht nicht nur zwei neue Bezirke (Brooklyn und Queens) in New York an, sondern auch sonstige Verbesserungen. Der eben erwähnte fliegende Wechsel zwischen den Helden ist nun ebenso problemlos möglich wie eine Generalüberholung der Stadt an sich – an allen Ecken tut sich mehr, und die Straßen wirken so richtig lebendig. Damit nicht genug, Ray-Tracing (eine ultrarealistische Darstellung von Licht, Schatten und Spiegelungen) ist nun auch standardmäßig in sämtlichen Modi aktiviert. Und obwohl Marvel’s Spider-Man 2 neun Monate nach Miles Morales spielt, das etwa ein Jahr nach dem Originaltitel stattfand, müsst ihr die vorherigen Games gar nicht gespielt haben. Auf der offiziellen Website gibt es ohnehin eine kurze Zusammenfassung!

Der Einstieg ins Spinnenleben

Wie bewerbe ich mich am besten, was kann ich von mir erzählen, und wie behalte ich wohl einen Job, wenn ich Spider-Man bin? Diese und andere Fragen stellen sich selbstverständlich nicht die Superhelden, sondern die Figuren hinter der Maske. Es menschelt sehr in Marvel’s Spider-Man 2, und das von Anfang an. Wie es sich fürs Jahr 2023 gehört, sind natürlich neben den klarerweise vorhandenen Superschurken auch geistige Themen vorhanden. Worte wie Überforderung, Burnout und der liebe Alltag werden euch schon innerhalb der ersten Spielstunde entgegengeworfen, und das ist schließlich etwas, das den Spinnenmann auch in den Comics begleitet. Wie hält man die Balance zwischen einem normalen Leben als Peter Parker/Miles Morales, und kann gleichzeitig ständig gut als Superheld performen?

Was schon im etwa 15 Stunden langen Miles Morales-Spiel seine Anfänge genommen hat, wird nun in Marvel’s Spider-Man 2 weiter ausgebaut. Die beiden Helden verbindet eine tiefe Freundschaft, und Peter ist nebenbei auch noch Miles’ Mentor. Der Handlungsstrang des Spiels versucht ständig, den Grat zwischen den Menschen und den Helden zu finden und euch gleichzeitig auch einige Gameplay-Momente außerhalb des Anzugs zu verschaffen. Das sorgt für ein Gefühl, als würdet ihr in einem Marvel-Film sitzen: Es ist ganz schön viel los, und von allen Fronten gibt es immer noch mehr zu sehen und zu spielen. Dieser Titel versucht, euch immer mehr und mehr zu bieten, und am Ende geht es euch als Spieler:in genau so wie den Helden im Game – ihr habt das Auftragsbuch gut gefüllt und müsst nun entscheiden, wo ihr als Nächstes hingehen wollt.

Einfach nur Schurken prügeln

Während der langen Einleitung ins Spiel bekommt ihr, ob ihr nun die Vorgängertitel gespielt habt oder nicht, nochmals eine grundlegende Einführung ins Heldendasein. Schurken müssen zur Rechenschaft gezogen werden, ihr lernt früh den Umgang mit euren Fähigkeiten, und schon bald braust ihr durch die Stadt New York. Die Spideys schwingen sich wie gehabt mit langen Netzfäden durch die Häuserschluchten, und das Geschwindigkeitsgefühl dabei ist hervorragend. Wenn ihr die richtigen Luftströme erwischt, könnt ihr ganz wie auf einem Highway euren Speed sogar noch steigern. Es lohnt sich auch, hohe Türme zu erklimmen, denn oben angekommen, dürft ihr das Allermeiste aus euren neuen Netzflügeln rausholen. Mit einem Druck auf die Dreieckstaste gleitet ihr dann mit gehöriger Geschwindigkeit durch die Gassen – eine äußerst gelungene Ergänzung zum Schwing-Mechanismus.

Wie es sich für ein Marvel’s Spider-Man 2 gebührt, gibt es natürlich sehr viel Kriminalität in New York. Sie wird euch auf der Minikarte angezeigt, und ihr könnt dann selbst entscheiden, ob ihr weiterschwingt oder eingreift. Mal gilt es, einen Laster vor einem Überfall zu bewahren, oder eine Gang versucht einen Einbruch, oder jemand sitzt in einem Auto und bringt andere Leute in Gefahr. Spider-Man (ob Peter oder Miles) ist dann auf alle Fälle zur Stelle und führt das aus den Vorgängertiteln bekannte Gameplay ein. Schurken lassen nicht mit sich reden, also verprügelt ihr sie unter Einsatz sämtlicher euch zur Verfügung stehenden Gadgets. Kurze Quick Time Events (QTEs) sind auch mit von der Partie, sie werden bei Verfolgungsjagden, aber auch bei größeren Gegnern angewandt. Äußerst positiv fällt auf, dass sie nicht überhand nehmen, so fügt sich das sehr gut ins Spiel ein.

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Upgrades in Marvel’s Spider-Man 2

Da seit dem Originalspiel doch fast zwei Jahre vergangen sind, hat sich natürlich auch am Arsenal der Spider-Men etwas verändert. Miles hat schon immer mit Technik experimentiert, und Peter kann von Anfang an auf ein tolles Exoskelett der Marke Octavius zurückgreifen. Ihr ladet während der Kämpfe nicht nur eure Fokusleiste auf, sondern auch eure Spezialattacken – sind sie gefüllt, dürft ihr sie auslösen, und dann geht es von vorne los. Die Fokusleiste kann zum Heilen verwendet werden, aber auch für sonstige Spezialitäten, und Finisher-Angriffe machen einen einzelnen Gegner in Sekundenschnelle platt. Es mag auch an dieser Front einiges los sein, und Einsteiger:innen ins Action-Genre werden bestimmt mit der Schnelligkeit und Vielfältigkeit aller Mechaniken etwas überfordert sein. Ein Senken des Schwierigkeitsgrades oder auch der Spielgeschwindigkeit hilft hier allerdings enorm.

Richtig gelesen: Die hervorragenden Zugänglichkeitsoptionen in Marvel’s Spider-Man 2, die noch dazu mit einem noch 2023 kommenden Patch zusätzlich erweitert werden, lassen euch auch die Spielgeschwindigkeit anpassen. Doch das ist nur die halbe Miete: Wäre all das noch nicht genug, gibt es drei Fertigkeitenbäume, in denen ihr eure Fertigkeitenpunkte (werden durch Stufenaufstiege verdient) versenken dürft. Einer gehört Peter Parker, einer gehört Miles Morales, und der dritte wird von beiden geteilt. Es ist grundsätzlich möglich, keinen der beiden Helden zu bevorzugen und einfach den geteilten Fertigkeitenbaum voll auszubauen – das hat schon durchaus seinen Reiz. Auch umgekehrt lohnt es sich, eure Lieblingsangriffe im jeweiligen Fertigkeitenbaum auszubauen und weiter zu verstärken. Zudem schaltet ihr durch Fortschritt in der Story weitere Optionen frei, das erfreut das Gamer-Herz.

Ein Film trifft auf ein Spiel

Marvel’s Spider-Man 2 schaltet sehr gerne zwischen Sequenzen und Action-Einlagen um, und für Fans des Franchise ist das natürlich Fanservice vom Allerfeinsten. Als Spieler:in jedoch ist man etwas zwiegespalten. Ja, das Feeling der Zerrissenheit, das die Spider-Men haben, kommt so perfekt rüber – keine Frage, aber gleichzeitig ist das Pacing des Spiels dadurch etwas fragwürdig geraten. Was sich in den ersten Spielstunden noch durch „auch neue Spieler:innen müssen abgeholt werden“ erklären lässt, ist gegen Mitte oder Ende des Spiels schon fast etwas störend. Es ist schon in Ordnung, stets ein gut gefülltes Auftragsbuch zu haben und Entscheidungen treffen zu müssen, aber wenn sich epische minutenlange Bosskämpfe im Handumdrehen mit persönlichem Drama und zwischenmenschlichen Kleinkriegen abwechseln, fällt das schon manchmal auf.

Beim Thema muss man auch gleich noch erwähnen: Die Zwischensequenzen von Marvel’s Spider-Man 2 sind gut geraten, klasse vertont und sie bringen den Plot auch wie gewollt rüber. Doch sie stellen in ihrer Gesamtheit definitiv einen Schwachpunkt im Spiel dar, dazu sind die Gesichter und Animationen der „normalen Figuren“ im Vergleich einfach zu blechern. Das ist Jammern auf hohem Niveau, aber wenn ihr erst einmal ein paar Stunden mit Netzschwüngen, dem Netzgleiter und verschiedenen Gegnern auf den Straßen von New York verbracht habt, sind die Zwischensequenzen dann eine erzwungene und nicht immer willkommene Pause. Definitiv nicht die Absicht von Insomniac Games, und ich bin mir sicher, dass diese Dialoge auch wesentlich besser als bei anderen Titeln sind – aber da der Rest dieses Games die Messlatte so hoch legt, muss man es einfach erwähnen.

Der heimliche Held

Genauso erwähnenswert ist die wahre Heldin des Spiels, und das ist wohl die Stadt New York, in der sich alles abspielt. Wir wissen bereits, dass wir verschiedene Bereiche wie Coney Island erforschen dürfen und die Bezirke von Brooklyn und Queens hinzugekommen sind. Aber wie fühlt sich das dann in der Realität an? Meine ersten Stunden von Marvel’s Spider-Man 2 waren von Wow-Momenten geprägt. Der erste Sonnenuntergang über dem Wasser? Kitsch pur. Meine erste freie Tour zu jedem Wolkenkratzer in Sicht mittels Netzgleiter und Netzschwüngen? Augenoptik und Adrenalin zugleich. Als Spider-Man eine Hochglanzfassade hochklettern? Ganz nett, bis ich bemerkt habe, dass sich ganz New York in diesen Fenstern in Echtzeit spiegelt und sogar einzelne Fingerabdrücke und Dreckspuren auf den Fenstern zu sehen sind. Das wird alles auch nach dem 20. Mal nicht fad!

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Alles ist größer, besser und schöner als in den vorherigen Titeln. Es gibt natürlich auch bereits zig Vergleichsvideos auf YouTube, aber zusammengefasst: Die Stadt wirkt einfach lebendiger und gefüllter. Das macht natürlich die Exklusivität auf PS5 möglich, da hier die ganze Power tatsächlich angezapft werden kann, ohne ein schwächeres System im Hinterkopf behalten zu müssen. Die Straßen sind nun voll von Autos und Fußgängern, und an allen Ecken und Enden tut sich etwas. Es macht Spaß, durch die Gassen zu schlendern, und manchmal auch einfach nur stehen zu bleiben und die Leute zu beobachten. Das habe ich mittlerweile mehrmals getan und es ist genial. Genauso verhält es sich mit der Schnellreise: Sie funktioniert binnen Sekunden, egal, wo ihr wann hinreist – auch hier legt Marvel’s Spider-Man 2 die Messlatte hoch, nicht nur für das Genre, sondern für alle zukünftigen Spiele.

Im Vergleich zu den Vorgängern

Egal, ob ihr Spider-Man, die Remastered-Version oder auch Miles Morales gespielt habt: Marvel’s Spider-Man 2 ist auf jeden Fall besser. An so gut wie jeder Stellschraube wurde gedreht, sei es nun die Optik, die generelle Flüssigkeit der Kämpfe oder auch New York selbst: Dieser Titel verdient seinen Namen mit der Nummer 2 komplett. Dabei teilen sich die drei Spiele sehr vieles, und wenn ihr nun den aktuellsten Eintrag anspielt, gibt es natürlich einiges, das ihr schon von den Vorgängern kennt. Beispielsweise ist das Herumreisen mit den Netzschwüngen größtenteils unverändert, und auch das Kampfsystem ist frappierend ähnlich. Ihr drückt immer wieder auf die Viereck-Taste, bis euer Widersacher w.o. gibt oder sich eine eurer Leisten gefüllt hat. Das gibt euch die Möglichkeit, einen starken Angriff zu entfesseln, der eure Auseinandersetzung wesentlich verkürzt.

Auch das Ausweichen mittels Kreis-Taste gab es so schon, und euer Spinnensinn sagt euch ganz klar, wann es so weit sein wird. Zuerst bekommt der Kopf eurer Hauptfigur eine weiße Aura, die dann auf Rot umschlägt – das ist der letzte Moment zum Ausweichen. Doch diese perfekt getimten Manöver können auch anders benutzt werden, und zwar zum Parieren. Eine Parade ist neu in Marvel’s Spider-Man 2 und sorgt dafür, dass Gegner kurzzeitig ins Wanken geraten und so leichter mit der nächsten Attacke beharkt werden können. Einerseits sorgt diese Ergänzung für mehr Spieltiefe im Kampf, und andererseits macht es das Leben ein wenig leichter. Unter dem Strich muss man aber sagen, dass sich die Fights nicht wirklich geändert haben: Euer Superheld bekämpft immer ein Überangebot an Feinden, und ihr müsst schlagen, ausweichen, euch neu positionieren und erneut zuschlagen.

Marvel’s Spider-Man 2 lebt und atmet

Der Kampf ist also more of the same, könnte man sagen, auch mit den ganzen Goodies und Fertigkeiten, die ihr nach und nach freischaltet und ergänzt. Vielleicht kommt in einem neuen Titel (eventuell Venom?) ja noch eine rundum erneuerte Mechanik hinzu, die alles ein wenig auflockert. Denn Marvel’s Spider-Man 2 bietet eine grandiose Umgebung, die nicht nur toll aussieht, sondern auch immer wieder mit Überraschungen aufwartet. Manchmal kommt es vor, dass ihr einen Hilferuf empfangt und euch zum Ort des Geschehens hinschwingt. Während ihr die ersten Gegner vermöbelt, hört ihr plötzlich „Das sind meine!“ aus den Lautsprechern und seht, dass der andere Spider-Man bereits drauf und dran ist, die Lage zu klären. Nach abgeschlossenem Kampf könnt ihr dann kurz mit dem anderen Helden interagieren – seltsame Umarmung und Meme-Potential inklusive.

Noch gar nicht angesprochen habe ich die Möglichkeit, dass ihr nach der Einführung des Spiels jederzeit zwischen Peter Parker und Miles Morales hin und her wechseln dürft. Ja, manchmal wird das von Marvel’s Spider-Man 2 erzwungen, wenn es die Geschichte so benötigt, aber größtenteils könnt ihr steuern, wen ihr möchtet. Daher rühren auch die Fertigkeitenbäume, sodass alle Fans von wem auch immer auf ihre Kosten kommen! Da kommt es auch schon vor, dass ihr beim Wechsel zwischen den beiden Helden ein paar lustige Sequenzen erblickt. Mal chillt ein Spider-Man in einer Netz-Hängematte, mal wird ein Anruf mit einem knappen „Ich muss los“ abgewürgt – man hat sich das definitiv bei GTA 5 abgeschaut und es wirkt Wunder dabei, das Spielgefühl einer lebendigen Welt rund um Peter Parker und Miles Morales zu verkaufen.

Zugänglichkeit in Marvel’s Spider-Man 2

Die Kirsche auf dem Sahnehäubchen ist dabei ein oft unerwähnt bleibendes Feature, und zwar jenes der Accessibility. Sie sind zwar zuvorderst für Leute mit Einschränkungen gedacht, daher rühren etwa farbliche Hervorhebungen und Hochkontrast-Modi. Doch Insomniac Games geht bei Marvel’s Spider-Man 2 wie so oft einen Schritt weiter und bietet schon zum Launch eine ganze Fülle an Optionen an, die einer breiten Spielerschaft zugute kommen können. Dazu gehören etwa Modifikationen bei der Schwierigkeit, neben einer Vielzahl an Schwierigkeitsstufen könnt ihr beispielsweise auch Quick Time Events automatisiert ablaufen lassen, oder bei einer Verfolgungsjagd eine Hilfe einschalten. Das sorgt dafür, dass ihr hier nicht verloren geht und die Kamera euer Ziel immer im Blick behält.

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Doch neben den standardmäßigen Dingen gibt es noch mehr zu finden. Besonders cool finde ich die Anpassung der Spielgeschwindigkeit: Sie ist von Anfang an auf 100 % eingestellt, doch ihr könnt sie auch auf 70, 50 oder 30 Prozent runterregeln. Das ist natürlich nur für die Gameplay-Sequenzen der Fall, Zwischensequenzen und Gespräche laufen natürlich nach wie vor in der regulären Geschwindigkeit ab. Auch im Bereich der Grafik könnt ihr einiges umstellen, zwischen dem Qualitäts- und Leistungsmodus (30 und 60 fps) gibt es auch Optionen für 120 Hz, und Vollbild-Effekte und andere Themen, die Schwindel auslösen könnten, lassen sich hier bei Bedarf ganz fein konfigurieren. Solche Optionen wünscht man sich fortan in jedem Game – auch hier wird ein neuer Standard gesetzt!

Was gibt es noch zu sagen?

Wie es aus den vorhergehenden Absätzen bereits hervorgeht: Marvel’s Spider-Man 2 ist eine Wucht an allen Fronten. Ihr werdet mit einem Mehr an Grafikpracht, einem Mehr an Feinden, einem Mehr an Fertigkeiten, einem Mehr an Möglichkeiten, einem Mehr an Haupthelden, einem Mehr an Storywendungen und einem Mehr an Nebenquests geradezu überhäuft. Das passt grundsätzlich zum Thema, das den Spider-Men im Comic-Universum natürlich immer wieder unterkommt, kann aber gerade dann, wenn ihr das Spiel zur Entspannung spielen wollt, etwas kontraproduktiv sein. Genauso muss man nochmal darauf hinweisen, dass wenn euch der Kampf in den Vorgängerversionen nicht so gefallen hat, hier euch größtenteils das Gleiche geboten wird – klar gibt es da und dort Verbesserungen und Abweichungen, aber die Quadrat-Taste muss im Regelfall Immer mehr gemolken werden.

Ab und zu dürft ihr auch in die Haut von MJ schlüpfen und euch gewissermaßen in Stealth-Missionen vergnügen. Das ist aber echt nur eine Auflockerung der ansonsten ewig gleichen Action-Einlagen. Denn auch, wenn ihr in Marvel’s Spider-Man 2 grundsätzlich eine Stealth-Variante im Kampf wählen dürft, ist diese aus Gründen der Story oftmals einfach nicht möglich. In der offenen Welt von New York könnt ihr euch schon mal von hinten an einen Gegner schleichen und ihm den Garaus machen, aber während der Story-Missionen bekommt ihr einfach Welle um Welle von Feinden serviert. Dem Spiel kommt allerdings zu gute, dass ihr dabei nicht allzu viel Zeit zum Abschluss benötigen werdet. Etwa 20 Stunden braucht ihr für die Hauptstory, und bei einem 100 %-Durchgang seid ihr in etwa 30 Stunden durch. Das macht das Game durchaus überschaubar und auch durchspielbar, anders als andere Titel.

Die Technik von Marvel’s Spider-Man 2

Habe ich schon die Grafik des Spiels erwähnt? Die Stadt von New York wird atemberaubend zum Leben erweckt, die Straßen sind voller Leute und Autos, und insgesamt lädt Marvel’s Spider-Man 2 immer wieder dazu ein, mal stehenzubleiben, euren Spider-Man zu positionieren und den Fotomodus einzuschalten. Gerade die Sonnenuntergänge, die Spiegelungen, das Wasser – eigentlich alles, was ihr so in den Gebieten vorfindet, sieht echt beeindruckend aus. Das Game kann da definitiv als System-Seller vor dem Weihnachtsgeschäft 2023 funktionieren, denn während der Leistungsmodus mit seinen 60 Bildern pro Sekunde schon zum Anbeißen aussieht, kann der Qualitätsmodus mit 30 fps dann noch ein Scherflein drauflegen. Hier wird ganz klar gezeigt, wie ein PS5-Titel auszusehen hat, und was alles in der Konsole steckt. Sehr gute Arbeit von Insomniac!

Aber auch beim Sound gibt es nichts zu meckern. Die Gespräche der Passanten, die Vertonung der Hauptfiguren, die Spezialeffekte zwischen Wasser, Sand, Strom und Feuer können sich allesamt mehr als nur hören lassen. Gerade mit einem Headset mit 3D-Audio, etwa dem INZONE H9, geht die Post so richtig ab – sowohl Positionierung wie auch Lautstärke scheinen perfekt abgemischt worden zu sein. Die Steuerung von Marvel’s Spider-Man 2 mag vielleicht für Einsteiger:innen etwas überfordernd wirken, weil der gesamte Controller belegt ist. Aber dank der Vielzahl an Zugänglichkeitsoptionen ist auch für Gelegenheitsspieler:innen etwas dabei, und wenn ihr euch erst einmal daran gewöhnt habt, funktioniert alles, wie es soll. Bonuspunkte gibt es obendrein für das coole Feeling beim Netzschwingen und -gleiten: So macht das Erforschen von New York richtig Spaß!

Wertung: 9.0 Pixel

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